Biographie und Werke in Auswahl

1815
Am 8. Dezember wird Adolph Friedrich Erdmann Menzel in Breslau geboren; zwei Geschwister, Emilie (geb. 1823) und Richard (geb. 1826). Mutter Tochter eines Zeichenlehrers; Vater „Schul-Instituts-Direktor“. 1818 gründet der Vater eine lithographische Anstalt.

1828
Beendigung der evangelischen Volksschule. Der Zeichenlehrer Friedrich Martin Sander stellt Menzels Zeichnung „Säugende Tigerin“ nach Rubens in der Breslauer Alten Börse aus.

1829
Menzel erhält Privatunterricht. Zwei Zeichnungen von ihm in Breslau ausgestellt.
In der lithographischen Werkstatt des Vaters werden die Illustrationen zu Joseph A. Kutzens „Die Geschichte des preussischen Staates“ gedruckt; dafür fertigt Menzel acht Lithographien an.

1830
Im April Übersiedlung der Familie Menzel nach Berlin.
Mit dem Vater Arbeit an 88 Lithographien zu „Sämtliche Giftgewächse Deutschlands“. Bis 1833 weitere rund 30 Lithographien, darunter Porträts, Karikaturen und Genredarstellungen; darunter 1831/32 sieben Kreidelithographien zu Luthers Leben für einen Auftrag des Berliner Verlegers Louis Sachse.

1832
Anfang Januar Tod des Vaters; der 16jährige Menzel muß die lithographische Werkstatt weiterführen.

1833
Ostern bis Herbst Besuch der Gipsklasse der Akademie in Berlin, danach autodidaktische Studien.
Bekanntschaft mit dem Kassler Tapetenfabrikanten Carl Heinrich Arnold; über ihn Kontakt zu Karl Friedrich Schinkel, Christian Daniel Rauch, Eduard Magnus, Friedrich Drake, Eduard Meyerheim, Karl Eduard Biermann und zum Archäologen Adolf Schöll.
Im Herbst elf Lithographien zu Goethes „Künstlers Erdenwallen“, die 1834 bei Louis Sachse & Co erscheinen.

1834
Akademiedirektor Johann Gottfried Schadow lobt öffentlich die Illustrationen zu Goethe.
Im Februar Aufnahme in den „Verein der jüngeren Künstler Berlins“.
12 Lithographien zu den „Denkwürdigkeiten der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte“ für Louis Sachse, 1836 beendet. Bis 1835 mindestens weitere 17 Lithographien; u. a. Titelblätter, Briefköpfe und Festkarten, darunter acht Lithographien zum „Gedenkbuch für das Leben“, 1836 erstmals erschienen.

1836
Begegnung mit dem Militärarzt Wilhelm Puhlmann, dem Vorsteher des Potsdamer Kunstvereins; Freundschaft bis zu dessen Tod 1882.
Studium der italienischen, holländischen und französischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts in verschiedenen Berliner Kunstsammlungen.
Seit 1835 rund 50 Lithographien, darunter eine Karte für Puhlmann und Illustrationen zu Emilie Feiges „Der kleine Gesellschafter für freundliche Knaben und Mädchen“ für Gropius in Berlin.
Das erste Gemälde „Die Schachpartie“ im Herbst auf der Akademie-Ausstellung.

1837
Rund 11 Lithographien, u. a. Briefköpfe, Einladungen, darunter das bei Louis Sachse in Berlin erschienene „Vater Unser“; und eine Karte zum Stiftungsfest des „Vereins der Jüngeren Künstler“ im November.
Zwei Gemälde, „Der Feind kommt“ und „Konsultation beim Rechtsanwalt“; Auftrag für das Gemälde „Der Familienrat“, beendet 1838.

1838
Rund 12 Lithographien, darunter die Festkarte zum Jubiläum der fünfzigjährigen Akademie-Zugehörigkeit Johann Gottfried Schadows.
Im Dezember Aufnahme in den „Älteren Berliner Künstler-Verein“.
Auftrag für das Gemälde „Der Gerichtstag“, beendet 1839.

1839
16 Zeichnungen für Holzschnitte zu Adelbert von Chamissos „Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte“, bei Johann Leonhard Schrag in Nürnberg erschienen.
Im Juni vom Leipziger Verleger Johann Jakob Weber der Auftrag, Franz Kuglers „Geschichte Friedrichs des Großen“ zu illustrieren; bis 1842 dazu 400 Zeichnungen, die von anderen Holzstechern ausgeführt werden.

1840
Im März öffentliche Ablehnung der Illustrationen zur „Geschichte Friedrichs des Großen“ durch den Akademiedirektor Johann Gottfried Schadow.
Im Juni Reise nach Leipzig und Dresden.
Entwurf einer Gedenkmedaille für das in Berlin stattfindende „Vierte Säkularfest der Erfindung der Buchdruckerkunst“

1841
Im September zweiwöchige Reise nach Kassel zum Geburtstag von Carl Heinrich Arnold, unter Begleitung des gemeinsamen Freundes Adolf Schöll.

1842
Bis 1857 Anfertigung von 436 Lithographien für das Werk „Die Armee Friedrichs des Großen in ihrer Uniformierung“, das in drei Teilen bei Louis Sachse & Co erscheint.

1843
Von Friedrich Wilhelm IV. der Auftrag, die „Werke Friedrichs des Großen“ zu illustrieren; bis Ende 1846 Anfertigung von 200 Vignetten für diese dreißigbändige Ausgabe, die von 1846-57 in der Deckerschen Hofbuchdruckerei erscheint; dadurch Kontakte zum Hof und zum Generaldirektor der Königlichen Museen Ignaz von Olfers.
Unter Eindruck der in Berlin ausgestellten Historienbilder der belgischen Maler Edouard de Bièfve und Louis Gallait das Gemälde „Die Störung“, beendet 1846.

1844
Besuche im Berliner Kupferstichkabinett, dort besonderes Studium der niederländischen und italienischen Kunst. Erprobung der Technik der Radierung, Veröffentlichung der sieben „Radier-Versuche“.
Frühjahrsreise zur Verwandtschaft nach Jauer/Schlesien.

1845
Bekanntschaft mit Carl Anton Märcker, einem der späteren Justizminister; freundschaftliche Beziehungen zwischen den Familien Menzel und Märcker.
Friederike Arnold, die Tochter des Kassler Freundes Arnold, besucht Berlin; Menzel malt ihr Bildnis, vielleicht empfindet er für sie Zuneigung.
Das Gemälde „Balkonzimmer“.

1846
Im Frühjahr Beginn der Arbeit an den Illustrationen zu Eduard Langes „Soldaten Friedrichs des Großen“, bis Mitte 1849 Anfertigung von 32 Holzschnitten.
Im Oktober Tod der Mutter.
Carl Johann Arnold, der Sohn des Kassler Freundes Arnold, besucht Berlin; Menzel erteilt ihm Zeichen-Unterricht.
Vier Gemälde, gegen Jahresende Vorstudien für das Gemälde „Predigt in der alten Klosterkirche in Berlin“, beendet 1847.

1847
Die Geschwister Menzel führen einen gemeinsamen Haushalt.
Neun Gemälde, darunter das „Schlafzimmer des Künstlers in der Ritterstraße“, ein Gegenstück zum „Balkonzimmer“, und das Historienbild „Gustav Adolf empfängt seine Gemahlin vor dem Schloß zu Hanau“.
Im August Reise nach Kassel; dort Ausführung eines Auftrages des Hessischen Kunstvereins: der Bleistift-Karton „Einzug Heinrichs des Kindes, des späteren Landgrafen von Hessen, mit seiner Mutter in Marburg 1247“, beendet März 1848.

1848
Anfang März wird der sogenannte „Kasseler Karton“ in Kassel und im April in Berlin gezeigt.
Mitte März Rückkehr aus Kassel, drei Tage nach den revolutionären Kämpfen in Berlin. Unter dem Eindruck der Beisetzungsfeierlichkeiten für die Märzgefallenen Beginn der Arbeit am Gemälde „Aufbahrung der Märzgefallenen“, das nicht vollendet wird.
Im April Mitbegründer einer Vereinigung bildender Künstler in Berlin, die die Interessen preußischer Künstler gegenüber dem Kultusministerium soll.
Menzel erhält im Nachgang zur Akademie-Ausstellung 1846 eine "Kleine Medaille für Kunst".Pastelle, Ölstudien und fünf Gemälde, darunter ein Pastellporträt der Caroline Arnold.

1849
Als Maler endgültige Hinwendung zur Epoche Friedrichs des Großen:
Arbeit am Gemälde „Die Bittschrift“; Weiterführung von drei anderen Gemälden, der bereits Ende 1848 entworfenen „Tafelrunde Friedrichs II. in Sanssouci“, beendet 1850; des „Flötenkonzert Friedrichs II. in Sanssouci“, beendet 1852, und des Gemäldes „Friedrich II. und die Seinen in der Schlacht bei Hochkirch“, beendet 1856.

1850
Im August Reise in den Harz über Sachsen.
Beginn der zwölfteiligen Holzschnitt-Folge „Aus König Friedrichs Zeit. Kriegs- und Friedenshelden“, die 1856 bei Alexander Duncker in Berlin erscheint.
Im Oktober Mitglied des literarischen Vereins „Tunnel über der Spree“, dem auch Theodor Fontane, Friedrich Eggers, Franz Kugler und Friedrich Drake angehören.
Porträtzeichnungen, zwei Gemälde.

1851
Sommerreise an die Ostsee zur Insel Rügen.
Die Gemälde „Alter Jude. Der Rabbi von Bagdad“ und „Im Boudoir“ sowie das Aquarell „Im Eisenbahncoupé. Nach durchfahre­ner Nacht“. Das Transparentbild „Christus als Knabe im Tempel“ für die Weihnachtsausstellung der Akademie; 1852 eine Lithographie danach.

1852
Sommerreise mit der Schwester nach Süddeutschland und Österreich; Rückfahrt über Prag.
Freundschaft mit dem Maler Fritz Wer­ner.
Im Dezember spaltet sich vom „Tunnel über der Spree“ der literarisch-künstlerische „Rütli“ ab; Menzel gehört neben Fried­rich Eggers, Franz Kugler, Bernhard von Lepel, Karl Bormann, Theodor Fontane, Wilhelm von Merckel, Theodor Storm und Paul Heyse zu den Gründungsmitglieder.
Für den Pariser Kunsthändler Adolphe Goupil die Gemälde „Friedrich der Große und die Tänzerin Barbarina“ und „Friedrich der Große und General Fouqué“. Außerdem das Ölbild „Atelierwand“.

1853
Reise nach Braunschweig.
Im November Aufnahme in die Königliche Akademie der Künste.

1854
Auftrag von Friedrich Wilhelm IV. zu einem Festalbum für die Schwester, Kaiserin Alexandra von Russland: zehn Gouachen zum 25. Jubiläum des Festes der Weißen Rose in Potsdam am 13. Juli 1829.
Das Gemälde „Friedrich der Große auf Reisen“ beendet.
Eine umfassende Würdigung der Arbeit Men­zels von Friedrich Eggers erscheint.

1855
Im Sommer wird das Gemälde „Friedrich II. bei der Huldigung der Stände Schlesiens zu Breslau 1741“, entstanden im Auf­trag des Schlesischen Kunstvereins, ausgestellt.
Anläßlich der Eröffnung der Dresdener Ge­mäldegalerie die farbige Kreidezeich­nung „Platz für den großen Raphael“, 1859 überarbeitet.
Im August Reise mit der Schwe­ster Emilie zur Marienburg, wo neben Menzel Eduard Daege, Ludwig Rosenfelder u. a. die Hochmeister für den Großen Remter malen. Weiterreise ins Rheinland und nach Paris; Besuch der Weltausstellung und des „Pavillon du Réalisme“ von Courbet.
Auftrag der „Verbindung für historische Kunst“ für das Gemälde „Begegnung Fried­richs II. mit Kaiser Joseph II. in Neiße“, beendet 1857.

1856
Im Frühjahr Reise nach Neiße und Lissa, um zeichnerische Studien für zwei in Auftrag gegebene Gemälde anzufertigen, für die „Begegnung Friedrichs II. mit Kaiser Joseph II. in Neiße“ und für „Bonsoir, messieurs!“; das letztere bleibt unvollendet.
Im Oktober das „Hochkirch“-Bild auf der Akademieausstellung; im November Ankauf durch den König; zu seiner Fertigstellung veranstaltet der „Jüngere Berliner Künstler­Verein“ ein Festmahl zu Menzels Ehren.
Als Historienmaler zum Professor der Akademie der Künste ernannt.
Das Ölbild „Im Théâtre du Gymnase“.

1857
Sommerreise nach Thüringen; Rückrei­se über Sachsen.
Für das „Hochkirch“-Bild Verleihung der „Gro­ßen goldenen Medaille für Kunst“ der Berliner Akademie.

1858
Das „Hochkirch“-Bild wird in München auf der Kunstausstellung der deutschen Künstlergenossenschaft gezeigt und findet großen Zuspruch.
Das Gemälde „Blücher und Wellington nach der Schlacht bei Belle-Alliance“ wird beendet, es dient als Hochzeitsge­schenk für das Kronprinzenpaar; außerdem das Gemälde „Nach dem Fackelzug“.

1859
Im Mai Heirat von Emilie Menzel mit dem Königlichen Musikdirektor Hermann Krigar; dadurch u. a. Bekanntschaft mit Joseph Joachim.
Sommerreise nach Süddeutschland und Österreich.
Für das Vereinslokal des „Jüngeren Berliner Künst­lervereins“ das Gemälde „Chodowiecki auf der Jan­nowitzbrücke in Berlin“.
Beginn des letzten zum Friedrich-Zy­klus gehörenden Gemäldes „Ansprache Fried­richs an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen“, es bleibt unvollendet.
Im Auftrag des Industriellen August Wilhelm Kahlbaum neun Gouachen, darunter die Bilder „Wasserfahrt in Rheinsberg“ und „Kronprinz Friedrich besucht den Maler Pesne auf dem Malgerüst in Rheinsberg“, beide vollendet 1861; sowie der 1862 vollendete „Hofball in Rheins­berg“.
Die „Begegnung Friedrichs II. mit Joseph II. in Neiße im Jahre 1769“ in München ausge­stellt.

1860
Im Oktober Studienreise nach Rheinsberg und Umgebung.
Zwölf Holzschnitt-Illustrationen für Berthold Auerbachs „Blitzschlosser zu Wittenberg“, erschienen 1861.
Es entstehen Gouache-Bilder und zwei Gemälde.

1861
Juli/August Kuraufenthalt in Bad Freienwalde.
Im September Reise über Mittel- und Westdeutschland nach Antwerpen zum Künstlerkongreß; Rückreise über Gent, Ostende, Brüssel und Köln.
Im Oktober der Auftrag, die Krö­nungszeremonie Wilhelms I. in Königsberg zu malen, ge­meinsam mit dem Freund Fritz Werner Reise dorthin.
Im Herbst im „Verein der Kunstfreunde im preußischen Staat“ eine Ausstellung mit Menzels Ge­mälden, Aquarellen und Zeichnungen. Der Kunstkritiker Ludwig Pietsch schreibt darüber einige Rezensionen, nach denen sich eine Freundschaft zu Menzel entwickelt.

1862
Beginn der vier Jahre währenden Arbeit am „Krönungs­bild“ im Garde-du-Corps-Saal im Berliner Schloß; bis Ende 1865 dort Porträts-Zeichnungen von Teilnehmern an der Krönungszeremonie.
Im Oktober Bekanntschaft mit dem französischen Maler Ernest Meissonier.

1863
Im Februar zur Säkularfeier des Hubertusburger Friedens in der Akademie Ausstellung aller Werke Menzels über das Leben Friedrichs des Großen.
Bekanntschaft mit dem Kunstkritiker Friedrich Pecht, der 1859 die Münchner Aus­stellung rezensiert hatte.
Beginn der Arbeit für das sogenannte „Kinderalbum“ für die beiden Kinder der Schwester; bis 1883 vierundvierzig Gouachen, die teilweise bis dahin noch überarbeitet werden.

1864
Im Juli heiratet Richard Menzel und übernimmt das „Photo­graphische Kunst- und Verlagsinstitut Gustav Schauer“; das Elise Menzel geb. Preuß nach Richards Tod 1865 weiterführt.
Sommerreise ins Elbsand­steingebirge und nach Böhmen.

1865
Im April Bekanntschaft mit dem russischen Dichter Iwan Turgenjew.
Im Sommer Kuraufenthalt mit Schwe­ster und Schwager in Bad Kösen; im Juli stirbt der Bruder; daher Unterbrechung des Kösener Aufenthalts zu kurzer Fahrt nach Berlin; nach der Rückkehr nach Bad Kösen mit dem Philologen Karl Eitner Aufenthalt in Weimar.

1866
Ende Februar Beendigung des „Krönungsbildes“, außerdem Aquarelle und Gouachen von Rüstungen.
Im Juli Reise in das Gebiet des Preu­ßisch-Österreichischen Krieges um Königgrätz und Sado­wa-Chlum, Besichtigung der Schlachtfelder; Zeichnungen von Verwundeten, Sterbenden und Toten.
Im August Reise mit der Schwägerin und dem Photographen A. F. Quidde nach Kassel; Tätigkeit als Berater bei der Herstellung eines photographischen Galeriewerks, dessen erstes Album im Dezember im Verlag Gustav Schauer erscheint.
Zwei Gouachen, darunter die „Adresse des Magistrats von Berlin an König Wil­helm I. beim Truppeneinzug in Berlin“.

1867
Mai/August Reise mit der Schwägerin und dem Maler Paul Meyerheim nach Paris zur Welt­ausstellung. Für das dort ausgestellte „Hochkirch“-Bild Verleihung einer Me­daille zweiter Klasse; im Juni Verleihung des Kreuzes der Ehrenlegion. Während des zweimonatigen Aufenthalts: Besuch des Louvre und des Ausstellungspavillons von Courbet; Besuch von Meis­sonier in Poissy; Bekanntschaft mit den Malern Alfred Stevens, Louis Ricard und Jean Léon Gérôme.
Drei Gemälde, darunter „Ein Nachmittag im Tuileriengarten“.

1868
Sommerreise nach Paris. Im Salon sind das „Krönungsbild“ und die Gouachen „Rate wer ist’s“ und „Soll ich’s öffnen“ ausgestellt.
Ludwig Pietschs „Menzel-Al­bum“ mit Photographien nach Arbeiten des Künstlers erscheint im Verlag Gustav Schauer.
Ehrenmitglied der Öster­reichischen Akademie der Künste.
Es entstehen zwei Gemälde.

1869
Sommerreise u. a. nach Köln und Hei­delberg, in München Besuch der Kunstausstellung.
Mehrere Bilder, darunter das Gemälde „Pariser Wochentag“ sowie die Gouache „Ge­denkblatt zum fünfzigjährigen Jubiläum der Firma Heckmann in Berlin“.

1870
Im Januar Verleihung des Ordens Pour le mé­rite.
Ausstellung mit Menzel-Werken in der Wiener Künstlergenossenschaft.
Sommerreise nach Sachsen.
Im Herbst erscheint die Grisaille-Gouache „Heinrich VIII. tanzt mit Anna Boleyn“ als Photographie in der „Shake­spearegalerie“ bei Grote in Berlin.

1871
Fünf Gemälde, darunter die „Abreise König Wil­helm I. zur Armee am 31. Juli 1870“ und „Der Esterházy-Keller in Wien“.
Sommerreise nach Süddeutsch­land und Österreich; Rückreise über Dresden, dort Besuch der Holbein-Ausstellung.

1872
Sommerreise nach Süddeutschland und Österreich.
Ehrenmitglied der Münchner Akade­mie der bildenden Künste.
Reise nach Königshütte in Oberschlesien zur Vorbereitung des Bildes „Eisenwalzwerk“; ein Auftrag des Berliner Bankiers Adolph Liebermann, beendet 1875.
Im Oktober das Gemälde „Atelier­wand“.
Bekanntschaft mit Max Liebermann.

1873
Sommerreise über St. Gilgen und Hofgastein zur Weltausstellung nach Wien; Rückreise über Eger und Prag.
Drei Gouachen.

1874
Gouachen „Biergarten in Kis­singen“ und „Hofgastein“.
Sommerreise nach Süddeutschland und Österreich.
Seitdem häufiger Aufenthalte in Hofgastein beim Mäzen Magnus Herrmann, gelegentlich mit dessen Schwiegersohn, dem Maler Albert Hertel.

1875
Berufung in den Senat der Akademie.
Sommerreise nach Süddeutschland.
Max Jordan, ab 1876 Direktor der Nationalgalerie, erwirbt das „Flötenkonzert“ und das im Februar vollendete „Eisenwalzwerk“.

1876
Sommerreise nach Süddeutsch­land und in die Schweiz; auf der Rückreise in Bayreuth zur Uraufführung des „Ring des Nibelungen“.
Im Oktober Studienfahrt nach Holland zur Vorbereitung von dreißig Holzschnitt-Illustrationen in einer Jubiläums­ausgabe von Kleists „Der zerbrochene Krug“; die 1877 bei Hofmann & Co in Berlin erscheint.

1877
Sommerreise nach Süddeutschland und ins Salzkammergut.
Im August, parallel zur Jahresaus­stellung der Akademie, in der Dresdner Kunst­handlung Ernst Arnold eine Ausstellung von Zeichnungen, in der auch Menzel vertreten ist.

1878
Auf der Pariser Weltausstellung die Gemälde „Eisenwalzwerk“, „Ta­felrunde“ und „Flötenkonzert“.
Das Gemälde „Ballsouper“ und „Friedrich II. am Sarge des Großen Kurfürsten“ und vier Holzschnitte für Johannes Scherrs „Germania“ .

1879
Sommerreise nach Hofgastein, Salzburg und an den Starnberger See.
Die Gouache „Schmiede in Hofga­stein“.

1880
Sommerreise nach Sachsen.
Anfang September Tod des Schwagers Hermann Krigar, Menzel verfaßt ei­nen Nekrolog.
Hermann Pächter, Inhaber der Kunsthandlung R. Wagner, übernimmt den Verkauf von Men­zels Bildern.

1881
Sommerreise über Innsbruck nach Oberitalien, u. a. nach Verona.
Das Gemälde „Schleiferei in der Schmiede zu Hofgastein“ sowie die ###Bilder „Kanzleipredigt in der Pfarrkirche zu Innsbruck“ und „Spinettspielerin“.

1882
Sieben Entwürfe zur Dekoration des Tafelgeschirrs zur Sil­berhochzeit des Kronprinzen.
Sommerreise nach Oberita­lien, u. a. nach Verona.
Im Dezember Ernennung zum Vizekanzler des Ordens Pour le mérite für Wissenschaft und Künste.

1883
Sommerreise nach Süddeutschland.

1884
Zum 50jährigen Künstlerjubiläum Eröffnung einer großen Menzel-Ausstellung in der Nationalgalerie.
Das Gemälde „Piazza d’Erbe in Verona“ vollendet und im „Verein Berliner Künstler“ ausgestellt.
Sommerreise nach Süddeutschland, u. a. nach Kissingen und München.
Ehrenmitglied der Deutschen Kunstgenossen­schaft in Düsseldorf.
Die Gouachen „Ruine Aura bei Kis­singen“ und „Am Wärmekessel in Kissingen“.

1885
Im Früh­jahr in Paris die „Exposition des OEuvres d’ Adolphe Men­zel“.
Der Österreichische Kunstverein in Wien zeigt Werke Menzels.
Sommerreise nach Kissingen, in die Schweiz.
Zum 70. Geburtstag zahlrei­che Ehrungen; in Berlin große Akademieausstellung.
Die erste von insgesamt 30 Lieferungen der dreibändigen Monographie „Das Werk Adolph Menzels“ erscheint.

Karl Stauffer-Bern, 1885, Radierung 

1886
Im Juni Ernennung zum Kanzler der Friedens­klasse des Ordens Pour le mérite.
Sommerreise nach Sachsen, Thüringen und nach Kissingen.

1887
Sommerreise nach Marienbad, Salzburg und Berchtesgaden.
Durch Vermittlung von Alfred Lichtwark der Auftrag für den „Ehrenbürgerbrief der Stadt Hamburg für Gustav Christian Schwabe“; außerdem die Gouachen „Japanische Näherin“ und das „Ehrendiplom der Akademie der Künste für den Staatsminister Gossler“.
Bekanntschaft mit Johannes Brahms.

1888
Die „Prozession in Hofgastein“ ist auf der Internationalen Jubiläumsausstellung in Wien ausgestellt.
Sommerreise nach Süddeutschland und Sachsen, Aufenthalt in Kissingen.
Die Gouachen „Prager Synagoge“ und „Beati possidentes“ sowie das Gemälde „Im Wei­ßen Saal“.

1889
Beteiligung an der Pariser Weltausstel­lung.
Sommerreise nach Sachsen, Aufenthalt in Kissingen.
Die Nationalgalerie kauft eine umfangreiche Sammlung Menzelscher Werke.
Das Ölbild „Nach Schluß des Hoffestes“.

1890
Sommerreise nach Süddeutschland, Aufenthalt in Kissingen.
Die Gouachen „Morgenfrühstück“ und „Vor der Kirchentür“.
Zum 75. Geburtstag das Buch „Das Werk Adolph Menzels. Vom Künstler autori­sierte Ausgabe. Mit Text von Max Jordan und Robert Dohme“; es erscheint bei Bruckmann in München.

1891
Sommerreise nach Süddeutschland.
Auf der „Dritten Münchener Jahresausstellung“ eine Sonderausstellung mit Werken Menzels.
Die Gouache „Biergarten in Kissingen“ .

1892
Im Frühjahr an der Berliner Akademie eine Sonderausstellung mit Werken Menzels.
Sommerreise nach Süddeutschland, Aufenthalt in Salzburg.
Die letzten Gemälde „Kahnfahrt“ und „Stiller Win­kel“ und die Gouache „Auf der Fahrt durch schöne Natur“.

1893
Beteiligung an der Weltausstellung in Chicago mit der Gouache „Frühstücksbuffet der Feinbäckerei in Kissingen“.
Sommerreise nach Karlsbad, Aufenthalt u. a. auch in Kissingen.
Aufenthalte in Bremen und Ham­burg.

1894
Auf der „Großen Kunstausstellung“ in Hamburg werden Werke Menzels gezeigt.
Im Juni Menzel-Ausstellung in der Dresdner Galerie Ernst Arnold.
Sommerreise nach Süddeutschland und Öster­reich; in Ischl Besuch bei Johannes Brahms.

1895
Im Juni richtet Wilhelm II. in Sanssouci zum 80. Geburtstag des Künstlers ein Kostümfest aus und läßt das „Flötenkonzert“ als lebendes Bild nachstellen.
Sommerreise nach Weimar.
Im Dezember Jubiläumsausstellungen in der Nationalgalerie und in der Akademie der Künste.
Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Berlin, Titel eines Wirklichen Geheimen Rats mit dem Prädikat „Excellenz“.
Als Festgabe zum 80. Geburtstag erscheint eine kleinere Ausga­be des sogenannten „Menzel-Werkes“.
Mitglied der Akademien in Paris und London.
Verleihung des österreichischen Ehrenzeichens für Kunst und Wissen­schaft.

Karl Pracht,1895, Bronze 

1896
In Wien, München und Hamburg finden Men­zel-Ausstellungen statt.
Sommerreise nach Kissingen.
Auf­enthalte in Hamburg und Lübeck.

1897

Sommerreise nach Kissingen. Im August Besuch beim Maler Ru­dolf Alt in Wien.

1898
Sommerreise nach Kissingen und Salzburg.
Im September Ausscheiden aus dem Senat der Akademie, danach Ehrenmit­glied.
Ende Dezember Ernennung zum Ritter des Schwarzen Adler-Ordens und Erhebung in den Adelsstand.

1900
Sommerreise nach Kissingen.
Auf der Pariser Weltausstellung mit zwei Gouachen und zwei Aquarellen vertreten, große Ehrenmedaille für seine Radier­kunst.
Die Gouache „Besuch im Eisenwalzwerk“.

1901
Sommerreise nach Süddeutschland, u. a. in Kissingen, dort letztes Treffen mit dem Freund Paul Heyse, danach in Salzburg.
Zwei Gouachen, „Der neue Haus­hahn“ und „Ende des Versöhnungsfestes“.

1903
Das „Balkonzimmer“ von der Nationalgalerie gekauft.
Im April fünfzigjähriges Jubiläum der Mit­gliedschaft in der Akademie der Künste.
Im Juni Menzel-Ausstellung in der Londoner French Gallery.
Sommerreise nach Karlsbad.

H. Maria Glatz, 1903, Federzeichnung 


1904
Letzte Sommerreise nach Kissingen.
Beratung von Max Reinhardt bei der Ausstat­tung der Inszenierung von Les­sings „Minna von Barnhelm“ in Berlin.

1905
Am 9. Februar stirbt Menzel 89jährig in Berlin. Die Trauerfeier findet am 13. Februar in der Rotunde des Alten Museums statt, die Beisetzung auf dem Dreifaltig­keitsfriedhof.
Im März Eröffnung einer Gedenkausstellung in der Nationalgalerie. 1906 wird sein künstlerischer Nachlaß durch die Nationalgalerie erworben, nachdem u. a. schon Teile des Puhlmannschen Nachlasses und das Kinderalbum dorthin gelangt sind.



(LITERATURNACHWEISE: Max Jordan: Das Werk Adolph Menzels, München 1895 # Hugo von Tschudi: Adolph von Menzel. Abbildungen seiner Gemälde und Studien, München 1905 # Elfried Bock: Adolph Menzel. Verzeichnis seines graphischen Werkes, Berlin 1923 # Ausstellungskatalog: Adolph Menzel 1815-1905, Nationalgalerie und Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, 1996/97 # Ausstellungskatalog: Menzel in Dresden, Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden 2005 # Adolph Menzel. Briefe, Berlin 2009, Band 1.)


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